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So hat alles angefangen...

Offiziell wurde unsere Guggenmusig, die RGE am 16. September 1969 gegründet. Allerdings hat alles schon einige Jahre früher seinen Ursprung. Also blenden wir zurück ins Jahr 1964, als im Höchmattquartier in Ebikon die ersten Schränzer und Trömmelschläge der Ur-Rüssgusler erklangen.

Zu Hause im Arbeitskeller von Ruedi Huwiler bastelte das Buebenzügli Rongusler an ihrem ersten Sujet für die Fasnacht 1965 'VERKEHRSTAFELNSALAT'. Aus dem Buebenzügli entwickelte sich langsam eine kleine, tolle Guggenmusig. Die Ron-gusler nahmen im Jahre 1966 den Bundesrat P. Chaudet wegen der Mirageaffäre aufs Korn. Motto: 'LAECK MIR(AM)AGE'. Gewisse Ebikoner Lehrer hatten wenig Freude ob des aufmüpfigen Themas.

Für die Fasnacht 1967 entdeckten die Rongusler die transvestitische Ader, denn mit ihrem Sujet 'MINIROECKE' zeigte sich man einmal von der ganz weiblichen Seite. Kurze Röcke - weiblich-männlichschöne Beine - verführerische Schaumgummi BH's. Diese Fasnacht war ein absoluter Volltreffer.

Im Jahre 1968 taucht erstmals der heutige Name Rüssgusler auf. Die Rongusler tauften sich in Rüssgusler um. Das Fasnachtssujet 'VEREINIGTE WELT' fand jedoch nicht sehr grossen Anklang. Lag es am 5-Jahr-Jubiläum oder lag es am Umstand, dass man nicht wusste, ob es sich um eine Guggenmusig oder einen Reiterverein zu Fuss handelte.

Musikalisch befand sich das Niveau noch meilenweit vom heutigen entfernt. Es gelang immer wieder, so falsch zu spielen, dass das Ganze nach einem schlechten Kanon klang. Im Jahr 1969 zersplitterte sich die Guggenmusig in einzelne kleine Buebenzügli. Ein Jahr vor der offiziellen Gründung bestanden die Ur-Rüssgusler nicht mehr.

Im Sommer 1969 tauchte bei zwei Unentwegten neuerlich der Gedanke auf, die Rüssgusler aus dem Dornröschenschlaf herauszuholen. Es begann eine mühsame Suche nach neuen Mitgliedern, denn von den Ur-Rüssguslern wollten nur noch die wenigsten mitmachen.

Im September 1969 war es aber soweit. Die erste offizielle Generalversammlung konnte im Restaurant Falken, Ebikon abgehalten werden. Ein Vorstand wurde gewählt und es wurden Statuten erstellt. Zudem wurde beschlossen, am Umzug in Luzern mit dem von Peter Schindler entworfenen Sujet 'SILBENMÜNZENHAMSTER' teilzunehmen. Nach einer gelungen GV spielten die PATRICKS zum Tanz auf. Alles schien bestens für die Zukunft der Rüssgusler zu laufen...

Chaotisch wie Jimi Hendrix, sensibel wie die Beatles (Unplugged ond ned ganz potzt) 1969 erlebte die Menschheit etliche historische Höhepunkte: Neil Amstrong betrat als erster Mensch den Mond, Franz Beckenbauer wurde erstmals Deutscher Meister, Jimi Hendrix exorbitierte beim Woodstock-Festival, die Beatles gaben ihr allerletztes Konzert, und in Ebikon wurde die Guugenmusig "Rüssgusler" gegründet. Status quo heute: Amstrong spinnt, Beckenbauer wird immer noch Deutscher Meister, Hendrix experimentiert mit Janis Joplin im Rockhimmel und die Beatles musizieren nur noch einzeln. Doch die Rüssgusler sind angesagter denn je. Sie tun das, was man 1969 auch tat: Sie kennen keine Tabus. Denn sie sind eine verruchte Bande, die mit ihren jeweiligen Sujets stets mitten ins Auge und ins Ohr trifft. Oder manchmal auch die Nase wie im Jahre 1994 als man ihre Geissenfell-Route noch lange am Geruch verfolgen konnte.

Die Rüssgusler sind "unpotzt" und spielen unplugged. Und sie wünschen sich auf der CD "Summer of 69" den Lebensstil aus ihrer Gründungszeit zurück. Dabei streifen sie querbeet sämtliche Musikrichtungen, von der Schnulze bis zur Klassik. Und das im bewährten "Rüssgusler-Groove", der durch geschickte Arragements die Perkussionsgruppe massgebend in den satten Bläsersatz mit einbezieht.

1988 standen die Rüssgusler als erste Guuggenmusik für CD-Aufnahmen in den Studios. Nach "20 Jahre Rüssgusler" und "25 Jahre Rüssgusler" erschien 1996 "The show must go on" als erstes Album, das digital im Dolby Surround-Verfahren produziert wurde. Daran hat sich auch bei der aktuellsten CD "Summer of 69" nur das geändert, dass die Tracks in drei Studiosessions nach modernsten aufnahmetchnischen Varianten, in Vollbesetzung und 1:1 auf's Band gebannt wurden.


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